Mitte März lädt meine Kusine zu ihrer auf Aruba stattfindenden Hochzeit ein. Wenn ich schon in der Gegend bin, denke ich mir, dann sehe ich auch nochmals was anderes außer dieser kleinen Insel. Nach einigem Hin und Her entscheide ich mich für Mexiko.
Dialog - ¡Viva México!
- Ganz oben über den Wolken 28.02.2026
- Ciudad de México 01.03.2026
- Shakira en vivo 01.03.2026
- Teotihuacán 02.03.2026
- Basílica Guadalupe 02.03.2026
- Centro Histórico 03.03.2026
- Oaxaca 04.03.2026
- Hierve el Agua 05.03.2026
- Ostwärts mit Umwegen 05.03.2026
- Palenque 06.03.2026
- Ruinas Palenque 07.03.2026
- Misol-Ha 07.03.2026
- Cascadas de Agua Azul 07.03.2026
- Tren Maya 08.03.2026
- Campeche 08.03.2026
- Novia del Mar 09.03.2026
- Mérida 10.03.2026
- Valladolid 11.03.2026
- Chichén Itzá 12.03.2026
- Cenote Samaal 12.03.2026
- ...und weiter geht's nach Aruba 13.03.2026
Ganz oben über den Wolken ↑
Während ich am Gate auf das Boarding warte, kommt eine Durchsage mit der Möglicheit für ein Business-Class Upgrade. Das gönne ich mir - und so sitze ich kurz darauf im Oberdeck der 747 und genieße ein Glas Sekt 🥂!
Ciudad de México ↑
Nachdem ich den Jet Lag weggeschlafen habe, mache ich mich nach dem Frühstück auf den Weg. Ich starte am Zócalo, wie der Plaza de la Constitución umgangssprachlich genannt wird. Hier laufen bereits alle Vorbereitungen für das große Konzert heute abend. Von dort aus laufe ich vorbei am Torre Latinoamericana, dem ehemals höchsten Gebäude Lateinamerikas, durch den Alameda Central und dann immer entlang der heute autofreien Paseo de la Reforma bis zum Chapultepec-Park. Am späten Nachmittag und nach mehr als 20 Kilometern unterwegs durch die bunte Metropole komme ich wieder im Hotel an.
Was ich gelernt habe: Große Teil des Stadgebiets von Mexiko-Stadt bedecken die Fläche des ehemaligen Lago de Texcoco, den die spanischen Konquistadoren trockenlegten. Dadurch sackt der Untergrund immer weiter ab - das ist vor allem an älteren Gebäuden außen an Rissen und dem Schrägstand sichtbar, führt aber auch zu großen Problemen mit der Wasserversorgung.
Was ich wieder machen würde: Im Mercado Roma ein Craft Beer trinken. Unter dem Dach der Markthallte findet sich eine diverse Ansammlung von Essensständen; im offenen Atrium in der hinteren Hälfte legt eine DJane chillige Elektrobeats auf. Ich entscheide mich für einen schattigen Platz unter dem Vordach, wo ich das Straßentreiben beobachten kann.
Shakira en vivo ↑
Auf dem Zócalo findet abends ein öffentliches und kostenloses Konzert von Shakira statt. Trotz der vom vielen Laufen verursachten Müdigkeit in meinen Beinen schaue ich mir die Show an. Ein irres Gefühl, von 400.000 Menschen umgeben zu sein!
Teotihuacán ↑
Heute habe ich eine Tour in das knapp 45 Kilometer entfernte Teotihuacán gebucht. Die Hochzeit dieser riesigen und mächtigen Stadt lag zwischen 100 und 650 n. Chr. - damals lebten dort auf einer Fläche von mehr als 20 km² etwa 200.000 Menschen. Die riesigen Sonnen- und Mond-Pyramiden sind gut erhalten geblieben und bilden mit der "Straße der Toten" das Zentrum der Stadt.
Was ich gelernt habe: Die Gebäude und sogar die Pyramiden waren früher alle verputzt und in großen Teilen rot eingefärbt. Zu sehen ist der originale Farbton in Wandmalerien und entlang des Deckenbalkens im Palacio de Quetzalpapálotl.
Was ich wieder machen würde: Die absurd steile Treppe der Mondpyramide besteigen. Der Blick von hier lässt einen die Dimensionen der ehemaligen Stadt am besten begreifen.
Basílica Guadalupe ↑
Auf dem Rückweg ist noch ein kurzer Zwischenstopp bei der Basílica Guadalupe eingeplant - der eben bei den beiden Basilicas: Der alten, deren Schräglage von außen schon signifikant ist, beim Betreten aber ein komisches Schwindelgefühl erzeugt😵💫, und der neuen, zwischen 1974 und 1976 errichteten Kirche.
Centro Histórico ↑
An meinem letzten Tag in Mexico-Stadt schlendere ich gemütlich durch die schattigen Straßen des historischen Stadtzentrums und lasse - immer der Nase nach - das entspannte Innenstadt-Flair um mich herumspülen. Nachdem ich am Sonntag schon eine ziemlich lange Tour durch die Stadt gelaufen bin, kann ich mir heute mehr Zeit nehmen; auch mal sitzen bleiben und die Leute beobachten. Am späten Nachmittag geht's Richtung Flughafen, von wo aus ich nach Oaxaca weiterreise.
Oaxaca ↑
Spät abends erreicht der Flug Oaxaca, und ich nehme mit einer zusammengewürfelten Gruppe aus Touries und Locals ein Colectivo (Sammeltaxi) in die Stadt. Morgens laufe ich nach einem Kaffee im Hotel zu Fuß ins nicht weit entfernte Stadtzentrum, welches seit 1987 Teil des UNESCO Weltkulturerbes ist. Alles hier ist bunt - die Häuser, die Wandmalereien und das Street-Art, selbst die Kirchen.
Was ich gelernt habe: Durch Oaxaca verläuft auf der Carretera Federal 190 die Panamericana, die (mit einigen Lücken) Alaska und Feuerland verbindet, und auf der ich auch schon in Costa Rica unterwegs war.
Was ich wieder machen würde: Am Plaza de La Constitución, der auch hier Zócalo genannt wird, in einem der schattigen Restaurants sitzen, brunchen und einen großen Kaffee Americano trinken;
Hierve el Agua ↑
Vormittags habe ich eine Tour zu den nahegelegenen Hierve el Agua organisiert. Über diese Wasserfälle fällt stark mineralhaltiges Wasser, welches weiße, Tropfsteinen ähnliche Strukturen an den Felsen bildet. Dadurch entsteht hier die Illusion eines versteinerten Wasserfalls.
Ostwärts mit Umwegen ↑
Abends geht es dann per Flugzeug nach Villahermosa - allerdings ist es kein Direktflug, sondern eine Verbindung über Mexico City. Mit einem knappen Umstieg (der 1. Flug ist über eine Stunde verspätet) schaffe ich es in den 2. Flieger. In Villahermosa steige ich nach einer kurzen Nacht mit einem Grande Americano in den ersten Bus nach Palenque, wo ich die nächsten Tage verbringe.
Palenque ↑
Nachdem ich eingececkt habe, buche ich eine Tagestour zu den Ruinen der alten Maya-Stadt kurz außerhalb Palenques. Dann mache ich einen Rundgang durch die kleine Stadt. Mich erwarten quirlige Straßen mit allerlei kleinen Läden, buntem Treiben, viel Verkehr (vor allem Taxis!), ein schattiger Marktplatz und eine gute Ansammlung von Restaurants mit Gerichten aus der Chiapas-Küche.
Was ich gelernt habe: Palenque ist eine der Pueblo Mágicos (zu deutsch: „Magischer Ort“), eine Auszeichnung für Ortschaften in Mexiko mit besonders typischen und gepflegtem Charakter.
Was ich wieder machen würde: Lokales Essen probieren - heute ist es Huhn und Reis mit Mole, der Soße aus mehreren Chili-Sorten, Nüssen und Zartbitterschokolade.
Ruinas Palenque ↑
Kurz vor 8 Uhr werde ich beim Hotel abgeholt. Als erstes geht die Tour zur Zona Arqueológica Palenque, die etwa 10 Kilometer außerhalb der Stadt liegt. Dort befinden sich die Ruinen einer ehemaligen Mayametropole, die seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Auf dem großen Gelände kann fast alles erkundet werden; mit einem Guide gehen wir in einer kleinen Gruppe noch ein Stück durch den Dschungel, wo weitere überwucherte Bauten liegen.
Was ich gelernt habe: Ganz viel Spanisch! Unser Guide spricht nur Spanisch, und fragt, ob das in Ordnung ist. In der Gruppe bin ich der einzige, der solo un poquito español kann, und Rita und Manuela, die ich hier kennenlerne, versprechen mit ad hoch Übersetzung ins Englisch auszuhelfen. Ich merke, dass ich erstaunlich viel verstehen kann, das überrascht mich selbst etwas.
Was ich wieder machen würde: An einem der kleinen Stände für umgerechnet 2 Euro eine große Flasche der eiskalten, selbstgemachten Säfte zu kaufen.
Misol-Ha ↑
Auf dem Weg zu den Cascadas de Agua Azul halten wir an einem imposanten Wasserfall. Hier kann man hinter dem fallenden Wasser hintendurch laufen - eine willkommene kühle Abwechslung zur heißen Luft, die uns hier im Dschungel überall umgibt. Zum Größenvergleich: Im Bild unten leicht links der Mitte sind 2 erwachsene Menschen zu sehen!
Cascadas de Agua Azul ↑
Nach einer langen Fahrt über eine kurvige Gebirgsstraße kommen wir am Tagesziel an. Das Wasser hat eine irre Farbe, und bildet einen beeindruckenden Kontrast zu den dunkelgelben Felsen, über die es fließt. Hier kann man auch schwimmen (was ich getan hätte, hätte ich meine Badehose nicht vergessen!), aber auch gemütlich mit einem Bier am Ufer sitzen🙂
Tren Maya ↑
Mit dem Tren Maya geht es weiter nach Campeche. Diese im Jahr 2023 eröffnete Strecke verbindet die Region Chiapas mit den touristischen Highlights der Yucatán-Halbinsel. Fürs Boarding muss man hier durch einen von der Guardia Nacional aufgestellten Security-Checkpoint, was aber angesichts der sontigen hohen Polizei-Präsenz überall wenig verwunderlich ist.
Campeche ↑
Nach knapp 5 Stunden Zugfahrt komme ich nachmittags in Campeche an. Vom Bahnhof aus braucht man nochmals etwa eine halbe Stunde in die Stadt. Das fotogene Centro Historico dieser am Meer liegenden Kleinstadt ist schnell erkundet.
Was ich gelernt habe: Die auf einer vom Malecón ins Meer hineinragende Plattform stehende, 7 Meter hohe Statue Ángel Maya steht für die Verschmelzung der spanischen und der Maya-Kulturen.
Was ich wieder machen würde: Abends in der Calle 59 ein Bier trinken oder etwas essen gehen. Diese lebendige Straße, in deren Mitte die Tische und Stühle der vielen kleinen Restaurants und Kaffees stehen, bekommt etwas Wind vom Meer ab und ist deswegen angenehm kühl.
Novia del Mar ↑
Auf dem Weg zum Bahnhof komme ich am Malécon an dieser Statue, die auf den Golf von Mexiko hinaus schaut, vorbei. Heute wird ein langer Reisetag, erst spät am Nachmittag werde ich in Mérida sein, wo ich dann aber 2 Nächte bleibe.
Mérida ↑
Nach einem entspannten Frühstück mit viel Obst und Kaffee laufe ich los, um das Stadtzentrum der Hauptstadt von Yucatán zu erkunden. Bereits morgens steht das Thermometer über 30° C und so laufe ich immer auf der schattigen Straßenseite. Trotzdem ist der kühle Wind und der Schatten in La Plancha höchst willkommen. Dieser große Park befindet sich auf dem Areal des ehemaligen Bahnhofs, einige Eisenbahnwagen stehen als Dekoration, teils aber auch umfunktioniert zu Eisbuden und Restaurants, auf dem großen Areal verteilt.
Was ich gelernt habe: Wichtigstes Baumaterial der Catedral de San Ildefonso de Yucatán waren Steine der zuvor zerstörten Tempel der alten Maya-Stadt Ti'ho'. Diese Kathedrale gilt als einer der ältesten erhaltenen Kirchenbauten des Landes.
Was ich wieder machen würde: Im La Piazetta übernachten. Dieses gemütliche kleine Hotel und sein Team geben ihren Gästen ab dem ersten Moment das Gefühl, "zuhause" zu sein. Und wenn man einen Tipp braucht, wo und was man etwas unternehmen kann, hat Leo immer eine Handvoll Empfehlungen zur Hand.
Valladolid ↑
Mit dem Zug fahre ich weiter nach Valladolid, einer kleinen Stadt im Norden der Yucatán-Halbinsel. Nachdem die Mittagshitze etwas abgeklungen ist, mache ich einen ausgedehnten Spaziergang durch das Stadtzentrum. Für morgen habe ich eine Tour nach Chichén Itzá und einige der Cenoten in dieser Gegend gebucht.
Chichén Itzá ↑
Morgens um 08:00 geht's los - von Valladolid sind es nur etwas mehr als 30 Kilometer nach Chichén Itzá. Ich erkunde die riesige und imposante Anlage auf eigene Faust - anders als in Palenque kann man hier nicht in oder auf die Tempel; bei den Massen von Touristen aber auch verständlich! Nach etwas mehr als 2 Stunden habe ich alles gesehen. Auf dem Weg zum Ausgang kommen mir etliche große Reisegruppen entgegen, und man steht sich zwischen den vielen Souvenirständchen fast etwas auf den Füßen - genau der richtige Moment, um weiterzuziehen😊
Was ich gelernt habe: Chichén Itzá ist eines der 7 modernen Weltwunder, zu denen auch die chinesische Mauer, die Christusstatue in Rio de Janeiro, das Kolosseum, Macchu Picchu, die jordanische Felsenstadt Petra und das Taj Mahal gehören - und das erste, was ich davon besuche.
Was ich wieder machen würde: Hier möglichst vor 09:00 ankommen - da ist es noch nicht ganz so heiß, und noch nicht ganz so überlaufen.
Cenote Samaal ↑
Auf dem Rückweg halten wir an der Cenote Samaal. Ein Sprung in das kühle Wasser ist genau das richtige nach dem Herumlaufen in der Hitze! Danach geht's zum Bahnhof, und ich nehme den Zug zum Flughafen in Cancún, von wo aus morgen früh der Flug nach Aruba geht.
...und weiter geht's nach Aruba ↑
Meine Mexiko-Reise endet hier - aber der eigentliche Grund für diese kurze Erkundungstour durch Mexiko war ja die Hochzeit. Ganz früh am Morgen startet der Flug nach Panama, wo ich nach einem zweistündigen Aufenthalt auf die kleine Insel weiterfliege. Am Check-In ein kurzer Schockmoment, als ich gefragt werde, ob ich die elektronische Aruba-Card ausgefüllt habe. Das hatte ich glatt vergessen😶! Man kann diese erst 7 Tage vor Einreise erhalten; und am Anfang der Reise hatte ich das auch noch im Kopf. Glück gehabt: Das geht online alles in Echtzeit. Uff.