Entlang der B4 befindet sich nicht nur Kolmanskuppe, sondern auch eine Reihe kleinerer verlassener Orte - unter ihnen Garub. In Franks Fotografie-Blog gibt's noch ein paar mehr Informationen und Bilder.
Dialog - Seite 8
Namibia, Land of the Brave Garub
Namibia, Land of the Brave Lüderitz-Halbinsel
Nach dem Frühstück umrunde ich einmal die Halbinsel vor Lüderitz - über die Große Bucht bis zur Diaz-Spitze, wo 1488 Bartolomeu Dias, ein portugiesischer Seefahrer, eine Kreuzsäule aufstellte (hiervon ist heute dort noch ein Replikat zu sehen). Danach geht's weiter landeinwärts, heute habe ich knapp 6 Stunden Autofahrt vor mir.
Namibia, Land of the Brave Lüderitz
Nach der Besichtigung geht's nach Lüderitz, einem mittelgroßen Hafenort am Atlantik. Im Hotel muss ich erstmal duschen, um den Sand, der sich in die Schuhe, alle Klamotten, in die Haare, in den Ohren und der Nase verteilt hat, rauszuwaschen🙂. Später am Nachmittag laufe ich dann zu Fuß durch den Ort, dessen deutsche Vergangenheit man vor allem der Architektur ansieht - aber auch daran, wie Straßen, Restaurants und Hotels heißen. Das Wahrzeichen der Stadt, die Felsenkirche, ist heute von einem so starken (und kühlen!) Wind umweht, dass ich Probleme habe beim Fotografieren stillzustehen!
Was ich gelernt habe: In Namibia gibt es 3 große Tageszeitungen: Die Namibian (Englisch), die Republikein (Afrikaans) und die Allgemeine Zeitung (Deutsch).
Was ich wieder machen würde: An einer windstillen Stelle am Meer sitzen, dem Tosen der Wellen lauschen und dabei im Reiseführer stöbern, wie es am nächsten Tag weitergehen könnte. Auch hier habe ich nichts vorgebucht, sondern entscheide von Tag zu Tag, wohin es weitergeht. Grob folge ich der Route von Cindy & Chris.
Namibia, Land of the Brave Geisterstadt Kolmanskuppe
Auf dem Weg halte ich in in Kolmanskuppe. Dort wurden 1908 Diamanten gefunden, und innerhalb kürzester Zeit wurde diese Stadt aus dem Boden gestampft - mitsamt Tante-Emma-Laden, Schlachterei, Eisfabrik, Schule, Krankenhaus, Kegelbahn und Turnhalle. Die Häuser hatten alle fließendes Wasser und Strom, und alle, die hier arbeiteten, wurden steinreich. Der Boom sollte jedoch nur kurz dauern, bereits 10 Jahre später wurden kaum noch Edelsteine gefunden, 1930 wurde die Mine ganz geschlossen. 1956 zogen dann die letzten 4 verbleibenden Einwohnenden fort - seit dem ist die Stadt menschenleer, und der Wüstensand weht in die zerbrochenen Fenster und Türen.
Was ich gelernt habe: Bereits dicht an der Siedlung beginnt auch heute noch das bis an die südafrikanische Grenze reichende Diamanten-Sperrgebiet, zu dem nur Zugang hat, wer für die Minengesellschaft Namdeb arbeitet. Schilder warnen vor empfindlichen Strafen, sollte man das Gebiet betreten. Mitarbeitende werden bei Verlassen geröngt, um den Schmuggel der Edelsteine zu verhindert. Dennoch ist das natürlich einigen Leuten auf kreative Art und Weise gelungen, manche ohne je erwischt zu werden.
Was ich wieder machen würde: Lost Places besuchen! Dieser hier ist ein Open-Air-Museum, man betritt also vollkommen legal für umgerechnet etwa 9€ alle Gebäude, und bekommt eine geführte Tour (wahlweise auf Deutsch oder Englisch), an deren Ende man dann selbst den Rest der verlassenen Gebäude erkundet.
Namibia, Land of the Brave Auftanken
Ich übernachte in einem kleinen Ort mit dem Namen Aus - der besteht aus einer Schule, einem Supermarkt, einer Kirche, einem (nicht mehr genutzten) Bahnhof, einem Hotel (mit Restaurant, auf dessen Speisekarte Spätzle sind!) und einigen wenigen Häusern außenherum; eben alles, was es so in der Weite Namibias braucht. Bevor es morgens Richtung Atlantikküste los geht, tanke ich den Wagen auf, obwohl die Anzeige nahe Voll steht - zwischen Tankstellen können hier auch mal mehrere hundert Kilometer liegen!
Namibia, Land of the Brave Fish River Canyon
Am nächsten Morgen geht es früh los zu einer Tour in den Canyon hinein. Zusammen mit einer kleinen Gruppe fahren wir über bucklige Pisten über das steinige Plateau. An einer Stelle steigen wir aus und wandern etwa eine 3/4 Stunde. Über weitere Zwischenebenen erreichen wir schlussendlich den Fluss, der etwa 500 Meter tiefer als der Ausgangspunkt der Tour am oberen Canyonrand liegt. Während wir im kühlen Wasser schwimmen, bereiten die Guides ein Mittagessen zu.
Was ich gelernt habe: Das steilste Stück der Straße heißt Terror Pass; im Auto sitzend fühlt sich dieser (und andere Stellen) an, als ob man fast senkrecht in den Himmel hoch fährt.
Was ich wieder machen würde: Diese Lodge buchen! In der kühleren Saison von April bis September kann man 2-tägige Canyon-Wanderungen statt der Tour mit dem Jeep buchen; dann würde ich das machen!
Namibia, Land of the Brave Fish River Lodge
Die letzten 20 Kilometer geht es über eine holprige kleine Straße hinauf bis zur Lodge. Die Lage ist phänomenal - direkt an der Abbruchkante des Canyons. Nachdem ich angekommen bin, überlege ich ein kleines Stück wandern zu gehen - bei knapp 35°C Außentemperatur entscheide ich mich aber dann doch für den Pool🙂 Im Laufe des Nachmittags ziehen auf der anderen Seite des Canyons Regen- und Gewitterwolken vorbei, was diesen immer wieder in neues Licht taucht.
Abends geht es zu einem vom Hotel organisierten Sundowner-Drive ein Stück an der Kante entlang, mit Blicken auf das 400 Meter tiefer gelegene Becken, in dessen Boden sich der Fluss hineingefressen hat. Den Sonnenuntergang genieße ich bei einem Gin Tonic.
Namibia, Land of the Brave Bahnübergang im Nirgendwo
Einige Kilometer nach Seeheim fahre ich von der Hauptstraße auf eine kleine Schotterpiste nach Süden ab. Bereits bei der Kreuzung steht ein Schild mit der Aufschrift Fish River Lodge - 104 km; so erklärt sich die verbleibende Fahrtdauer von etwa 2 Stunden. Einige Kilometer später kreuzt die Schotterpiste die Bahnstrecke Lüderitz - Keetmanshoop.