Gestern habe ich meinen Arbeitsvertrag bei EnBW unterschrieben - dort fange ich am 01.11. in HR an. Die restlichen drei Wochen bis dahin reise ich durch Vietnam und Kambodscha. In einer halben Stunde geht's los 😊
Dialog - Seite 38
Auszeit Auszeit Auszeit Auszeit
4½ Inseln 10. und letzter Teil: Sapporo
Auf dem Weg auf die nördlichste Insel Japans, Hokkaido, unterqueren wir im weltweit zweitlängsten Tunnel das Meer. Später abends treffen wir in Sapporo ein. Den ersten Tag nutzen wir das gute, aber merklich kühlere Wetter aus und unternehmen einen Ausflug nach Otaru, einer Hafenstadt, und Yoichi, wo wir die Nikka Whisky-Destillerie besuchen. Am Nachmittag erkunden wir Downtown Sapporo; und auf dem Nachhauseweg genießen wir noch die nächtliche Sicht auf das Lichtermeer der Stadt vom Sapporo Tower aus. Am zweiten Tag schauen wir uns das Biermuseum an und fahren am Nachmittag noch mit dem Zug Richtung Norden, um noch etwas von der Landschaft zu sehen. Dort erreichen wir den nördlichsten Punkt unserer Tour; und heute Abend nun das Ende derselbigen.
Was ich gelernt habe: Hier in Sapporo wurde 1876 das erste Bier Japans gebraut. Der Braumeister hatte auf einer privaten Reise nach Europa in Deutschland den Tipp bekommen, sich zum Braumeister ausbilden zu lassen. Als er nach Japan zurückkehrte, gründete er die Brauerei.
Was ich wieder machen würde: Nach Japan reisen. Es gibt ja doch das eine oder andere, was wir auslassen mussten; und Orte, an denen ich gerne mehr Zeit gehabt hätte, mich auch mal abseits der Sehenswürdigkeiten umzusehen.
4½ Inseln Teil 9: Nagano
Am Montagabend erreichen wir Nagano. Um den Bahnhof herum fühlt es sich sofort vertraut an - ein modernes Empfangsgebäude mit integriertem Einkaufszentrum, Starbucks und Food Court; davor Busse, Taxis, Hochhäuser und Neonreklame. Am nächsten Tag setzen wir uns in den Shinkansen und fahren eine halbe Stunde bis an die Westküste. Die beiden verschlafenen Orte am japanischen Meer, die wir dort besuchen, haben nicht viel zu bieten; nicht mal einen Badestrand. Später am Nachmittag fahren wir mit der Regionalbahn durch die landschaftlich tolle Gegend am Mt. Myoko. Am späten Nachmittag kommen wir zurück nach Nagano und laufen durch die Stadt zum beeindruckenden Zenko-ji Tempel.
Was ich gelernt habe: Shinkansen-Züge sind nur sehr bedingt geeignet, Japan landschaftlich zu erkunden. Große Teile der Strecken sind durch Tunnels geführt oder mit hohen Schallschutzwänden versehen. Zum Sightseeing muss man auf die langsamen Verbindungen umsteigen!
Was ich wieder machen würde: Am frühen Abend Tempel besuchen. Oft sind die Gelände frei zugänglich wie hier in Nagano; dann ist es dort nicht mehr überlaufen, und eine friedliche Stimmung beginnt einzusetzen.
4½ Inseln Teil 8: Matsumoto
Morgens stehe ich um 04:30 zum Sonnenaufgang auf, um nochmals einen komplett wolkenfreien Blick auf Mt. Fuji zu erhaschen. Nach dem Frühstück geht es weiter nach Matsumoto in den japanischen Alpen. Die Stadt wirkt bescheiden, kann sich aber auf den zweiten Blick durchaus sehen lassen: Ein tolles Schloss, eine gemütliche Innenstadt und - wie wir später noch gelernt haben - das Zentrum der Craft-Beer-Braukunst der Region. Am nächsten Tag brechen wir Richtung Tsumago-juku auf. Dieser Ort besteht noch komplett aus historischen Holzhäusern, ein toller Kontrast zur sonst so modernen Bebauung.
Was ich gelernt habe: Neben Tempeln gibt es in Japan in Städten kaum historische Gebäude - ein Großteil der Architektur ist brutalistisch-funktional aus den 60er Jahren. Das hat seinen Hintergrund im akuten Platzmangel gepaart mit der Anforderung nach Erdbebensicherheit.
Was ich wieder machen würde: In dieser Gegend wandern. Von Tsumago aus sind es knapp vier Kilometer zum Bahnhof zurück (auf der Hinfahrt hatten wir den Bus genommen). Die Landschaft ist der Hammer: Tiefe Täler, durch die reißende Ströme mit klarem Gebirgswasser fließen, ringsherum bis obenhin grünen Berge, hinter denen schneebedeckte 3000er hervorschauen
4½ Inseln Teil 7: Gora & Fuji
Der Shinkansen bringt uns nach Odawara. Von dort aus geht es mit Japans einziger Gebirgsbahn (deren Züge unter anderem "Bernina" und "St. Moritz" heißen) nach Gora. In dem kleinen Ort selbst ist nicht viel los - nachdem wir ein bisschen herumgelaufen sind, bleibt noch das Bier auf dem Hotelzimmer. Am nächsten Tag geht es per Bus weiter nach Kawaguchi-ko am Fuße vom Mt. Fuji. Leider ist es bewölkt, und die Sicht ist komplett verschleiert. Später am Tag haben wir aber doch noch Glück, die Abendsonne kann die Wolken vertreiben, und wir haben für eine halbe Stunde einen tollen Ausblick auf diesen majestätischen Berg!
Was ich gelernt habe: In Japan steigt man im Bus (und in der Straßenbahn) hinten ein, und bezahlt dann beim Hinausgehen (am besten passend!), siehe auch https://www.japan-guide.com/e/e2015.html. Das scheint einen Effizienz-Grund zu haben; beim Recherchieren bin ich allerdings auf nichts gestoßen, was das belegen würde.
Was ich wieder machen würde: Im Hotel wieder ein Zimmer im "japanischen Stil" buchen. Dort liegt die Matratze direkt auf dem Boden, und der Tisch und die Stühle sind in der Höhe für das Sitzen im Schneidersitz ausgelegt. Trotz der simplen Inneneinrichtung ist das ganze sehr gemütlich!
4½ Inseln Teil 6: Kyoto
Kyoto ist für fünf Tage unsere Basis für Ausflüge in die Region: Wir besuchen bei schweißtreibenden 31°C den Tempelpark in Nara, wandern am Fushimi Inari-Taisha-Schrein durch tausende orangeroter Torii den Berg hinauf, laufen bei Nieselregen durch den Bambuswald in Arashiyama, bestaunen den goldenen Kinkaku-ji Tempel, besuchen die Schlösser in Himeji und Osaka; und erkunden am letzten Tag zuerst das Kyoto Railway Museum und später bei strahlendem Sonnenschein zu Fuß den Imperial Palace, die Innenstadt und die Gegend am Fluss Kamo und blicken zum Schluss dem Sonnenuntergang auf dem Kyoto Tower entgegen. Nach diesen fünf Tagen ist nun auch die Halbzeit unseres Urlaubs erreicht.
Was ich gelernt habe: Kyoto, was soviel wie "Hauptstadt" bedeutet, war bis ins späte 19. Jahrhundert der Sitz des japanischen Kaiserhauses. 1868 zog Kaiser Meiji nach Tokyo ("östliche Hauptstadt") um - nur ein Teil der grundlegenden Veränderungen, die das vormals von der Welt abgeschottete Land unter ihm vollzog; siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Meiji-Zeit.
Was ich wieder machen würde: Osaka besuchen - dafür blieb uns nur ein halber Tag; auf der Hop-on-Hop-off-Tour konnten wir etliche Bezirke entdecken, die lohnenswert zu erlaufen aussahen. Außerdem noch einmal auf den Berg Inari durch die Torii laufen; vielleicht wenn es etwas kühler ist 🙃
4½ Inseln Teil 5: Hiroshima
Abends machen wir uns auf dem Weg in die Stadt auf der Suche nach etwas zu essen. In der lebendigen, fußgängerfreundlichen Innenstadt reihen sich hunderte kleine Restaurants aneinander, und bieten eine breite Palette an verschiedenem Essen. Zu unserem Glück sind häufig englische Menüs verfügbar, oder solche mit Bildern. Am nächsten Tag geht es nach Miyajima mit dem hölzernen Torii, was vor der Küste im Wasser steht. Ein toller Moment dort ist die Aussicht vom Gipfel des Mt. Misen. Auf dem Rückweg gehen wir zum Friedensdenkmal in Hiroshima. Der "Genbaku Dōmu" ist eine der wenigen Gebäuden, die am 06. August 1945 nicht vollständig zerstört wurden.
Was ich gelernt habe: Das Gefühl, am Ort der wohl vernichtendsten Kriegshandlung der Menschheit zu stehen; das ist irgendwie unbeschreiblich. Beklommen fühlt man sich, nachdenklich, verstört. Im Friedenspark brennt eine Flamme, deren Feuer erlöschen soll, wenn weltweit die letzte Atombombe vernichtet ist. Ich hoffe, es gibt diesen Tag.
Was ich wieder machen würde: Okonomiyaki essen - diese Spezialität aus Pfannkuchen, Nudeln, Fleisch und Gemüse wird auf einer heißen Eisenplatte mithilfe von "Hera", einem flachen Spachtel, gegessen; und es gibt sie in verschiedensten Varianten. Mehr zu diesem leckeren Gericht unter http://okonomiyaki.or.jp/e/
4½ Inseln Downtown Hiroshima
Auf der abendlichen Entdeckungstour durch die moderne Innenstadt.